Raku

Was ist Raku?

 

Als Raku bezeichnet man ein altes japanisches Brennverfahren, dass übersetzt so viel wie Freude, Spaß und Vergnügen bedeutet. Am Anfang bekommt ihr eine Einleitung in die Kunst des Raku. In gemütlicher Atmosphäre wollen wir gemeinsam mit Euch in unserem Gartenbereich dieses tolle Brennverfahren erleben. Das Besondere an Raku ist, dass die Keramik glühend aus der Rakutonne oder dem Holzfeuer entnommen wird. Ein spezieller Ton muss verwendet werden, der große Temperaturschwankungen aushält, sonst würde die Keramik zerspringen. Durch das schnelle Abkühlen entstehen die für Raku typischen Risse in der Glasur (Craquelé Effekt). Das heiße Stück wird nun in brennbare Materialien gelegt. So lassen sich einzigartige Effekte erzielen wie z.B. ein magisches Schimmern auf der Oberfläche. Lebendige Muster entstehen durch das Aufbrennen von Federn oder Pferdehaar.

 

Rakutonne

 

Der wahre Zauber beginnt dann, wenn der Deckel der Tonne aufgeht. Dies geschieht bei 1000°C die in kürzester Zeit erreicht werden. Auf der folgenden Fotoreihe seht ihr Melanie Maschke, wie sie den Deckel der Tonne öffnet. Was jetzt passiert, würden wir als magisch bezeichnen. Eure Stücke glühen rötlich bei über 700°C während Vanessa Pannicke sie aus der Tonne holt. Wenn ihr Federn oder Haare aufbrennen wollt, wird das Stück erst ein wenig an der Luft geschwenkt, weil es sonst noch zu heiß ist. Das hat fast etwas mystisches. Bei diesem Brand hat Melanie Pannicke das Aufbrennen der Federn übernommen.
Die anderen Werke mit Glasuren werden in einen Eimer mit Sägespähnen oder Laub gestellt und flammen kurz ab. Anschließend kommt ein Deckel auf den Eimer, damit die Werke langsam abkühlen können. Das nennt man abräuchern. Wenn eine Glasur Risse bildet, setzt sich der Ruß in ihnen ab. Alle Stellen, die ohne Glasur sind, werden nach dem Abräuchern schwarz und matt. Nun müssen wir einen Moment warten, damit die Stücke ein wenig auskühlen können. Sie sind sonst noch viel zu heiß um sie anzufassen. Je nachdem, welches Verfahren ihr euch ausgesucht habt, müssen eure Werke nun noch von den Sägespähnen befreit werden. Das geht am Besten in einer Wasserschüssel mit einem Schwamm. Erst wenn die Werke abgekühlt und sauber sind, zeigt sich das endgültige Ergebnis.

 

Der Ablauf des Einbrennens

 

Wenn das Stück noch glüht, ist es noch viel zu heiß und der Ruß, den die Feder auf dem Werk erzeugt hat, verbrennt wieder. Auf den Fotos ist schön zu erkennen, wie das Muster auf dem Stück entsteht.
Das Aufbrennen von Haaren oder Federn ist nur in dieser Art des Brandes möglich. Erlebt etwas Neues und lasst Euch überraschen.

 Holzbrand


Auch im offenen Feuer lassen sich wundervolle Ergebnisse erzielen. Unter Verwendung verschiedener Holzarten kann man sehr hohe Temperaturen von über 900°C erreichen. Das Aufbrennen von Haaren oder Federn ist hier eher ungeeignet. Alle Stellen, an denen keine Glasur ist, werden nach dem Brand schwarz und matt.